Disc Golf

Was ist Disc Golf?

 

Eine Frisbee-Scheibe wird von einem festgelegten Punkt, dem Tee, in Richtung eines Auffangkorbes geworfen. Von da, wo die Frisbee liegen bleibt, wird der nächste Versuch unternommen, so oft, bis die Scheibe im Korb landet. Die Anzahl der benötigten Würfe wird notiert. Wer auf mehreren Bahnen, meist 18 Stück, weniger Würfe als seine Mitspieler braucht, gewinnt.

Swedish Disc Golf Promo

Der Schwede Jonas Löf hat im Jahr 2009 ein Disc Golf-Info-Video produziert - in hervorragender Aufnahme-Qualität und mit einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik. Neben verschiedenen Impressionen von Turnieren und Spielszenen demonstriert eine 3er-Gruppe, wie eine Bahn gespielt wird.

Eine Einführung in Disc Golf
von Miriam Franke, Hendrik Janiesch und Timothy Lizotte
Hochschule Bremen - SoSe 2016
WP Video und Film | Gitta Noll
Sprecher: Jendrik Bulk
Disc Golfer: Miriam Franke, Hendrik Janiesch, Michelle Rotter
Sound: Freesound.org
Musik: Hey, Soul Sister | Train (Karaoke) youtu.be/hwOYuUuxdCE

Das Spiel

 

Disc Golf folgt im Prinzip den gleichen Regeln wie Golf, wobei, an Stelle von Ball und Schläger, aerodynamische Wurfscheiben verwendet werden. Diese sind aus Kunststoff, haben einen Durchmesser von 21 bis 23 cm und ein Gewicht zwischen ca. 130 und 200 Gramm. Den Spielern stehen viele verschiedenen Scheiben-Typen zur Wahl, die sich durch ihr Flugverhalten unterscheiden. Ein Spieler hat normalerweise zwischen 2 und 15 Scheiben in der Tasche.

Jede Bahn besitzt ein Tee (Abwurfstelle) und ein Ziel (Auffangkorb). Eine Bahn ist beendet, wenn die Scheibe in den Korb geputtet wird. Die Ketten am Korb dienen dazu den Flug der Scheibe zu stoppen, die Frisbee fällt dann in den darunter liegenden Korb. Das Ziel des Spiels ist es, einen Parcours mit möglichst wenig Würfen zu durchspielen. Die einzelnen Bahnen sind üblicherweise zwischen 50 und 150 Meter lang - auf großen Kursen werden auch längere Bahnen bis zu 300m und mehr gespielt. Die Schwierigkeit einer Bahn ergibt sich aber nicht nur aus der Länge, sondern auch durch Hindernisse auf dem Gelände, die umspielt werden müssen (Bäume, Büsche oder Topografie des Geländes).

2002 Pine Needles - Julia, Jan, Simon, Stingray
2002 Pine Needles - Julia, Jan, Simon, Stingray

 

Warum ich Disc Golf spiele...

 

... oder warum sonst noch kaum jemand spielt! (Kolumne von Jan Bäss - 2003)

Dass ich in Bremen intensiver anfing mit der Scheibe zu golfen, obwohl ich schon jahrelang Ultimate-Frisbee gespielt habe - also eigentlich schon eine Sportart gefunden hatte, bei der ich mit meinem favorisierten Sportgerät und Gleichgesinnten aktiv sein kann, liegt nur an einer Person. Vor einigen Jahren (ca.1996) habe ich zufällig Dave Lizotte getroffen. Dave war mir sofort sympathisch und damit fing es an.

Ich habe auch schon während meiner Schulzeit Disc Golf gespielt, allerdings nicht auf dafür angelegten Plätzen. Wir fuhren meist zu zweit aus der Stadt, jedes Mal in eine andere Richtung, um dort zu spielen wo es uns gefiel; so lernten wir das Land kennen. Das geniale an diesem Sport ist nämlich, dass er sich beinahe überall spielen lässt. Alles was du brauchst ist ein Ziel (vorzugsweise mit einer charakteristischen Note, oder als Krönung einen Korb), eine ungefähre Vorstellung, wie du es mit möglichst wenig Würfen erreichen willst und letztendlich: Die Durchführung deiner Pläne.

Discgolfen mit Dave ging eigentlich genau da weiter, wo es nach meiner Schulzeit und dem Zivi aufgehört hat: Obwohl Dave zehn Jahre älter ist, hat er sich eine bedingungslos positive, jugendliche Einstellung zum Golfen - also zu seiner liebsten Freizeitbeschäftigung - bewahrt. Es gibt schließlich immer etwas Neues zu erleben: Keine Bahn gleicht einer Anderen und kein Wurf gleicht dem Vorigen.

Das Wetter und die Grünanlagen, die Parks oder das Umland in dem wir spielen, verändert sich mit den Jahreszeiten und man bemerkt es während des Spiels, welches im Normalfall frühestens nach zwei Stunden unterbrochen wird, wesentlich besser als auf einem kurzen Spaziergang. Discgolfen bedeutet nämlich für die Spieler, dass sie sich der Natur und den Formen die sie hervorbringt, anpassen (indirekt bedeutet dies, dass der Disc Golfer im allgemeinen [Discus Athleticus Vulgaris] der Natur eine erhöhte Aufmerksamkeit schenkt; praktisch bedeutet dies: Keine angewachsenen Äste abreißen, keine Lebensräume zerstören und keinen Müll hinterlassen - vor allem keine Zigarettenkippen). Die Beschaffenheit der Bahnen, also insbesondere des Abwurfs (Tee-Offs) und des Ziels (Korb), auf denen gespielt wird, ist stets eine Symbiose zwischen Mensch und Natur: es gibt Hindernisse wie Dornenbüsche, Dickicht, Wasser und dichtere Baumgruppen um die versucht wird, herum zu spielen. Auf der anderen Seite gibt es kurzen Rasen, Waldboden oder Sand auf dem die Scheibe ohne Behinderung weitergespielt werden kann.

Aber letztendlich geht es beim Disc Golf darum, wie man aus den Schwierigkeiten herauskommt und nicht, wie man sie vermeidet. Denn jeder macht seine schlechten Würfe, und die Faszination, Freude und Bewunderung über eine genial geworfene Scheibe - gerade aus einer schwierigen Situation heraus - bleibt in der Erinnerung bestehen, auch wenn der Disc Golfer nach der Ausübung seiner bevorzugten Freizeitbeschäftigung schon längst wieder in den Alltag abgetaucht ist. In einigen Fällen kribbelt schon die Erwartung, die Bahn das nächste Mal wieder spielen zu dürfen, denn eine technisch anspruchsvolle Bahn ist jedes Mal eine neue Herausforderung, auf die man sich mental einstellen muss. Die intensive Konzentration wird allerdings immer wieder von Entspannungsphasen unterbrochen, in denen man sich der frischen Luft, dem Lauf der Sonne und dem Zusammensein mit gleichgesinnten Freunden gewahr wird, und die Zeit findet, sich am Flug der Vögel und der Scheiben zu ergötzen. Eine gut gespielte Bahn, ein Birdie (ein Wurf unter dem Par) oder gar ein Ace (hole in one, also vom Abwurf direkt in den Korb) erzeugen pure Euphorie - das sind wahrlich DIE Momente im Leben eines Disc Golfers! Die Konzentration auf die Sache und das damit verbundene Abschalten, von anderen (lästigen?) Dingen, die Einen durch den Alltag begleiten, ist vielleicht der wichtigste Punkt, warum Disc Golf nicht nur für die wenigen zufriedenen Menschen, die diese Sportart schon entdeckt haben, nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken ist, sondern auch der breiten Masse als Ausgleichssport angeboten werden sollte.

 

Go RedSkins!

Disc Golf kann als Einzelsportart betrieben werden - einen Parcours gemeinsam zu spielen ist allerdings wesentlich unterhaltsamer, da die Würfe und das Verhalten der anderen in diesem Fall ebenso zum Spiel gehören - aber letztendlich spielt jeder nur gegen sein eigenes Können, sein eigenes Handicap. Der Golfer weiß, zu welchen Würfen er fähig ist. Er versucht sein Spiel in diesem Rahmen zu verbessern und freut sich, wenn es auf einer Bahn oder einer Runde besonders gut von der Hand ging. Neid gegenüber besseren Spielern ist im Disc Golf nicht verbreitet (im Gegensatz zu Massensportarten wie Fußball oder Tennis); es ist im Gegenteil eher eine Auszeichnung, wenn man als Ungeübter die Möglichkeit bekommt, mit guten Spielern zusammen zu golfen. Das war der andere Grund, warum ich in Bremen angefangen habe, Disc Golf zu spielen und auch auf Turniere zu fahren, denn Dave ist ein sehr guter und erfahrener Spieler (in den "Canadian Open 2002" hat er in der "Masters-Division" den ersten Platz belegt), der mir die Etikette, die Regeln, die Ruhe und vor allen das Werfen über die Jahre nahe gebracht hat, so dass er "sich" mittlerweile einen manchmal durchaus gleichwertigen Sparringspartner ausgebildet hat.

Ich konnte im Gegenzug, insbesondere als Übungsleiter beim Hochschulsport, weitere Bekannte von der Sportart und von deren Vorzügen überzeugen. Und da wir in den letzten Jahren einen verstärkten Trend zum Disc Golf erfahren konnten und außerdem drei inoffizielle 18-Bahn-Parcours (wir zielen auf Bäume, Laternenpfosten, Mülleimer, Statuen und Schilder, noch NICHT AUF KÖRBE!) finden konnten, wollen wir nun als Disc Golf-Verein "Drehmoment" für das Jahr 2006 einen öffentlichen Disc Golf-Parcours in Bremen einrichten, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, die Vorzüge dieser Sportart zu entdecken.

 

 

Die Entstehung

 

Viele junge Sportarten sind aus Ideen genial-verrückter Sport-Enthusiasten in den USA entstanden, und daraus wurden anerkannte Sportarten, wie Snowboarding oder die Rollerblades. Die Frisbeescheibe hatte in den 60er und 70er Jahren ebenso einen riesigen Boom, mit dem Unterschied, dass damit noch keine eigentliche Sportart verknüpft war, sondern nur ein Spiel- und Freizeitgerät. Die verschiedenen Sportarten mit Scheiben wurden wenige Jahre später durch Frisbee-Spieler erfunden oder wieder entdeckt. Eine davon war Disc Golf, welche heute zu den bedeutendsten Scheiben-Sportarten gehört.

Der eigentliche Grundstein für den Disc Golf-Sport wurde mit der Patentierung des ersten Zielkorbes mit Fangketten und der Eröffnung des ersten Parcours 1975 in Oak Grove, Kalifornien gelegt. Nach und nach stellten immer mehr US-Städte Discgolfanlagen in ihren Parks zur Verfügung. Mittlerweile sind diese in den USA kaum mehr zählbar und auch in Europa, allen voran in Skandinavien, konnten viele Parks und öffentliche Grünanlagen durch Disc Golf-Parcours aufgewertet werden. In Deutschland sind in den letzten Jahren immer mehr öffentlich zugängliche Anlagen entstanden. Mit den Disc Golf Parks wurden Vereine und nationale Verbände ins Leben gerufen. Dem internationalen Dachverband PDGA (Professional Disc Golf Association) gehören mittlerweile mehrere zehntausend Mitglieder an. Die Zahl der Freizeit-Discgolfer wird auf einige Millionen geschätzt und der Trend nimmt mit jeder neu eröffneten Anlage zu.

In Deutschland hat sich innerhalb des Deutschen Frisbeesport Verbands inzwischen auch eine Disc Golf Abteilung formiert.

 

Die Spieler

 

Disc Golf wird nicht nur in Vereinen oder bei Turnieren gespielt, sondern kann von jedem, egal welchen Alters, gespielt werden. Dadurch ist es eine Freizeitbeschäftigung für die Familie oder den Freundeskreis, und auch interessant für Firmen, Schulen und Vereine. Die meisten Disc Golf-Anlagen sind frei zugänglich und können kostenlos benutzt werden.

 

 

2003 im Areal - Sebastian und Daniel
2003 im Areal - Sebastian und Daniel

Der Drehmoment

 

Disc Golf-Scheiben müssen sich im Flug drehen. Große Weiten und eine stabile Flugbahn können nur mit möglichst großem Drehmoment erreicht werden. Während des Disc Golfs ist es möglich, vom Alltag abzuschalten, alles dreht sich in diesem Moment eben nur um das Spiel. Aus diesen Überlegungen entstand der Name des Bremer Disc Golf-Vereins. Drehmoment wurde 2003 gegründet, die Mitglieder sind aber zum Teil schon seit mehr als 10 Jahren dem Disc Golf-Sport verfallen. Unser Ziel ist es, in naher Zukunft einen für Jedermann zugänglichen 18-KÖRBE-Parcours in Bremen zu errichten.

Das habt Ihr geschafft Leute - Hut ab! (Nachtrag MR 2013)

 

Die Regeln

 

Für Disc Golf existiert ein umfangreiches Regelwerk, das in Englisch unter www.pdga.com zum Download bereit steht - und hier auf Deutsch. Hier soll ein kurzer Abriss genügen:

 

Regel 1 Rücksichtnahme

Rücksichtnahme auf Spaziergänger, Mitspieler, Tiere, Pflanzen, Bäume und alle anderen Einrichtungen.

Das bedeutet auch, keinen Müll zu hinterlassen und 


Regel 2 Sicherheit

Jeder Spieler hat sich vor (!) seinem Wurf zu vergewissern, dass nichts und niemand die Flugbahn

seiner Scheibe kreuzen wird.

 

Regel 3 Abwurf

Gestartet wird vom Abwurf. Weitergespielt wird von dort, wo der eigene Wurf gelandet ist.

 

Regel 4 Reihenfolge beim Abwurf

Es fängt immer der Spieler an, der auf der vorherigen Bahn am wenigsten Würfe gebraucht hat.

 

Regel 5 Reihenfolge im Spiel

Nach dem Abwurf spielt derjenige weiter, dessen Scheibe am weitesten vom Ziel entfernt liegt.

Alle anderen bleiben hinter dem als nächstes Werfenden!

Lauft Euch nicht gegenseitig im Spielfeld herum!

Jeder Spieler soll freie Bahn haben und die Ruhe, seinen oder ihren Wurf auszuführen!

 

Regel 6 Höflichkeit

Während der Konzentrationsphase bis zum Wurf soll der Werfer durch nichts irritiert werden (Sprechen, ins Blickfeld gehen u.ä.).

 

Die Kosten

 

Disc Golf ist eine relativ kostengünstige Sportart. Parcours können auf öffentlichem Geländen z.B. in städtischen Parks und Grünanlagen installiert werden. Nach der Erstellung eines Parcours fallen kaum Erhaltungskosten an. Disc Golf-Körbe sind aus Metall, nutzen sich nicht ab und sind selbst durch Vandalismus nur schwer zu beschädigen. Zu jedem Zielkorb gehört ein markierter, evtl. befestigter Abwurf. Körbe können von mehreren Abwurfstellen bespielt werden, so kann ein Korb als Ziel für eine interessante Turnierbahn dienen und, von einer anderen Stelle bespielt, für ein kurzes Einsteigerloch genutzt werden. Disc Golf-Scheiben gibt es in unterschiedlicher Ausführung. Sie sind ab ca. 9 Euro zu haben und es werden für den Anfang nur zwei bis drei Stück benötigt, um einen Parcours zu absolvieren.

 

Zu den Scores
Zu den Scores
Scorecard - Download
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Parcours in Habenhausen
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Parcours im Weseruferpark
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Bahnengalerien
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SuperFly Disc Golf-Shop
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Nationale Turniere - GT-Online
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Disc Golf Parcours in Deutschland
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