Was ist Discgolf?

Eine Frisbee-Scheibe wird von einem festgelegten Punkt, dem Tee-Off, in Richtung eines Auffangkorbes geworfen. Wo die Frisbee liegen bleibt wird der nächste Versuch unternommen, Scheibe trifft Discgolf-Korbso oft bis die Scheibe im Korb landet. Die Anzahl der benötigten Würfe wird notiert. Wer auf mehreren Bahnen, meist 18 Stück, weniger Würfe als seine Mitspieler braucht, gewinnt.



Das Spiel

Discgolf folgt im Prinzip den gleichen Regeln wie Golf, wobei an Stelle von Ball und Schläger, aerodynamische Wurfscheiben verwendet werden. Diese sind aus Kunststoff, haben einen Durchmesser von 21 bis 23 cm und ein Gewicht zwischen 146 und 182 Gramm. Den Spielern stehen viele verschiedenen Scheiben-Typen zur Wahl, die sich durch ihr Flugverhalten unterscheiden. Ein Spieler hat normalerweise zwischen 2 und 15 Scheiben in der Tasche.

Jede Bahn besitzt ein Tee-Off (Abwurfstelle) und ein Ziel (Auffangkorb). Eine Bahn ist beendet, wenn die Scheibe in den Korb „geputtet” wird. Die Ketten am Korb dienen dazu den Flug der Scheibe zu stoppen, die Frisbee fällt dann in den darunter liegenden Korb. Das Ziel des Spiels ist es, einen Parcours mit möglichst wenig Würfen zu durchspielen. Die einzelnen Bahnen sind zwischen 80 und 150 Meter lang. Die Schwierigkeit einer Bahn ergibt sich aber nicht nur aus der Länge, sondern auch durch Hindernisse auf dem Gelände, die umspielt werden müssen (Bäume, Büsche oder Topografie des Geländes).


Warum ich Discgolf spiele...

... oder warum sonst noch kaum jemand spielt!
(Kolumne von Jan Bäss) Dass ich in Bremen intensiver anfing mit der Scheibe zu golfen, obwohl ich schon jahrelang Ultimate-Frisbee gespielt habe - also eigentlich schon eine Sportart gefunden hatte, bei der ich mit
Jan Bäss beim Drive.meinem favorisierten Sportgerät und Gleichgesinnten aktiv sein kann, liegt nur an einer Person. Vor einigen Jahren (ca.1996) habe ich zufällig Dave Lizotte getroffen. Dave war mir sofort sympathisch und damit fing es an.

Ich habe auch schon während meiner Schulzeit Discgolf gespielt, allerdings nicht auf dafür angelegten Plätzen. Wir fuhren meist zu zweit aus der Stadt, jedes Mal in eine andere Richtung, um dort zu spielen wo es uns gefiel; so lernten wir das Land kennen. Das geniale an diesem Sport ist nämlich, dass er sich beinahe überall spielen lässt. Alles was du brauchst ist ein Ziel (vorzugsweise mit einer charakteristischen Note, oder als Krönung einen Korb), eine ungefähre Vorstellung, wie du es mit möglichst wenig Würfen erreichen willst und letztendlich: Die Durchführung deiner Pläne.

Discgolfen mit Dave ging eigentlich genau da weiter, wo es nach meiner Schulzeit und dem Zivi aufgehört hat: Obwohl Dave zehn Jahre älter ist hat er sich eine bedingungslos positive, jugendliche Einstellung zum Golfen - also zu seiner liebsten Freizeitbeschäftigung - bewahrt. Es gibt schließlich immer etwas neues zu erleben: Keine Bahn gleicht einer anderen und kein Wurf gleicht dem vorigen.

Das Wetter und die Grünanlagen, die Parks oder das Umland in dem wir spielen, verändert sich mit den Jahreszeiten und man bemerkt es während des Spiels, welches im Normalfall frühestens nach zwei Stunden unterbrochen wird, wesentlich besser als auf einem kurzen Spaziergang. Discgolfen bedeutet nämlich für die Spieler, dass sie sich der Natur und den Formen die sie hervorbringt, anpassen (indirekt bedeutet dies, dass der Discgolfer im allgemeinen [Discus Athleticus Vulgaris] der Natur eine erhöhte Aufmerksamkeit schenkt; praktisch bedeutet dies: Keine angewachsenen Äste abreißen, keine Lebensräume zerstören und keinen Müll hinterlassen - vor allem keine Zigarettenkippen). Die Beschaffenheit der Bahnen, also insbesondere des Abwurfs (T-Off) und des Ziels (Korb), auf denen gespielt wird, ist stets eine Symbiose

Discgolfer in Schwierigkeiten.zwischen Mensch und Natur: es gibt Hindernisse wie Dornenbüsche, Dickicht, Wasser und dichtere Baumgruppen um die versucht wird, herum zu spielen. Auf der anderen Seite gibt es kurzen Rasen, Waldboden oder Sand auf dem die Scheibe ohne Behinderung weitergespielt werden kann.

Aber letztendlich geht es beim Discgolf darum, wie man aus den Schwierigkeiten herauskommt und nicht, wie man sie vermeidet. Denn jeder macht seine schlechten Würfe und die Faszination, Freude und Bewunderung über eine genial geworfene Scheibe - gerade aus einer schwierigen Situation heraus - bleibt in der Erinnerung bestehen, auch wenn der Discgolfer nach der Ausübung seiner bevorzugten Freizeitbeschäftigung schon längst wieder in den Alltag abgetaucht ist. In einigen Fällen kribbelt schon die Erwartung, die Bahn das nächste Mal wieder spielen zu dürfen, denn eine technisch anspruchsvolle Bahn ist jedes Mal eine neue Herausforderung, auf die man sich mental einstellen muss. Die intensive Konzentration wird allerdings immer wieder von Entspannungsphasen unterbrochen, in denen man sich der frischen Luft,

Discgolf sorgt für pure Euphorie.dem Lauf der Sonne und dem Zusammensein mit gleichgesinnten Freunden gewahr wird, und die Zeit findet, sich am Flug der Vögel und der Scheiben zu ergötzen. Eine gut gespielte Bahn, ein Birdie (ein Wurf unter dem Par) oder gar ein Ace (hole in one, also vom Abwurf direkt in den Korb) erzeugen pure Euphorie - das sind wahrlich DIE Momente im Leben eines Discgolfers! Die Konzentration auf die Sache und das damit verbundene Abschalten, von anderen (lästigen?) Dingen, die einen durch den Alltag begleiten, ist vielleicht der wichtigste Punkt, warum Discgolf nicht nur für die wenigen zufriedenen Menschen, die diese Sportart schon entdeckt haben, nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken ist, sondern auch der breiten Masse als Ausgleichssport angeboten werden sollte.

Das Runde muss in das Kettige!

Discgolf kann als Einzelsportart betrieben werden - einen Parcours gemeinsam zu spielen ist allerdings wesentlich unterhaltsamer, da die Würfe und das Verhalten der anderen in diesem Fall ebenso zum Spiel gehören - aber letztendlich spielt Jeder nur gegen sein eigenes Können, sein eigenes Handicap. Der Golfer weiß zu welchen Würfen er fähig ist. Er versucht sein Spiel in diesem Rahmen zu verbessern und freut sich, wenn es auf einer Bahn oder einer Runde besonders gut von der Hand ging. Neid gegenüber besseren Spielern ist im Discgolf nicht verbreitet (im Gegensatz zu Massensportarten wie Fußball oder Tennis); es ist im Gegenteil eher eine Auszeichnung, wenn man als Ungeübter die Möglichkeit bekommt, mit guten Spielern zusammen zu golfen. Das war der andere Grund warum ich in Bremen angefangen habe Discgolf zu spielen und auch auf Turniere zu fahren, denn Dave ist ein sehr guter und erfahrener Spieler (in den "Canadian Open 2002" hat er in der "Masters-Division" den ersten Platz belegt), der mir die Etikette, die Regeln, die Ruhe und vor allen das Werfen über die Jahre nahe gebracht hat, so dass er "sich" mittlerweile einen manchmal durchaus gleichwertigen Sparringspartner ausgebildet hat.

Ich konnte im Gegenzug, insbesondere als Übungsleiter beim Hochschulsport, weitere Bekannte von der Sportart und von deren Vorzügen überzeugen. Und da wir in den letzten Jahren einen verstärkten Trend zum Discgolf erfahren konnten und außerdem drei inoffizielle 18-Bahn-Parcours (wir zielen auf Bäume, Laternenpfosten, Mülleimer, Statuen und Schilder, noch NICHT AUF KÖRBE!) finden konnten, wollen wir nun als Discgolf-Verein "Drehmoment" für das Jahr 2006 einen öffentlichen Discgolf-Parcours in Bremen einrichten, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, die Vorzüge dieser Sportart zu entdecken.

Diesel ist der Macher bei den Red Hot Chili Putters in Lörrach.

Die Entstehung

Viele junge Sportarten sind aus Ideen genial-verückter Sport-Enthusiasten in den USA entstanden, und daraus wurden anerkannte Sportarten, wie Snowboarding oder die Rollerblades. Die Frisbeescheibe hatte in den 60er und 70er Jahren ebenso einen riesigen Boom, mit dem Unterschied,

Jason.dass damit noch keine eigentliche Sportart verknüpft war, sondern nur ein Spiel- und Freizeitgerät. Die verschiedenen Sportarten mit Scheiben wurden wenige Jahre später durch Frisbee-Spieler erfunden oder wieder entdeckt. Eine davon war Discgolf, was heute zu den bedeutendsten Scheiben-Sportarten gehört.

Der eigentliche Grundstein für den Discgolf-Sport wurde mit der Patentierung des ersten Zielkorbes mit Fangketten und der Eröffnung des ersten Parcours 1978 in Oak Grove, Kalifornien gelegt. Nach und nach stellten immer mehr US-Städte Discgolfanlagen in ihren Parks zur Verfügung. Mittlerweile sind diese in den USA kaum mehr zählbar und auch in Europa, allen voran in Skandinavien, konnten viele Parks und öffentliche Grünanlagen durch Discgolf-Parcours aufgewertet werden. In Deutschland sind in den letzten Jahren immer mehr öffentlich zugängliche Anlagen entstanden. Mit den Discgolfparcours wurden Vereine und nationale Verbände ins Leben gerufen. Dem internationalen Dachverband PDGA (Professional Disc Golf Association) gehören mittlerweile mehrere zehntausend Mitglieder an. Die Zahl der Freizeit-Discgolfer wird auf einige Millionen geschätzt und der Trend nimmt mit jeder neu eröffneten Anlage zu.

Die Spieler

Dave Lizotte, Vereinspräsident und kanadischer Meister 2002 beim Putt.

Discgolf wird nicht nur in Vereinen oder bei Turnieren gespielt, sondern kann von jedem, egal welchen Alters, gespielt werden. Dadurch ist es eine Freizeitbeschäftigung für die Familie oder den Freundeskreis, und auch interessant für Firmen, Schulen und Vereine. Die meisten Discgolfanlagen sind frei zugänglich und können kostenlos benutzt werden.

Der Drehmoment

Discgolfscheiben müssen sich im Flug drehen. Große Weiten und eine stabile Flugbahn können nur mit möglichst großem Drehmoment erreicht werden. Während des Discgolfs ist es möglich vom Alltag abzuschalten, alles dreht sich in diesem Moment eben nur um das Spiel. Aus diesen Überlegungen entstand der Name des Bremer Discgolf-Vereins. Drehmoment wurde 2003 gegründet, die Mitglieder sind aber zum Teil schon seit mehr als 10 Jahren dem Discgolf-Sport verfallen. Unser Ziel ist es in naher Zukunft einen für Jedermann zugänglichen 18-KÖRBE-Parcours in Bremen zu errichten.

Die Regeln

Roland macht ihn rein.

Für Discgolf existiert ein umfangreiches Regelwerk, das in Englisch unter www.pdga.com zum Download bereit steht. Hier soll ein kurzer Abriss genügen:

Regel 1 Rücksichtnahme

Rücksichtnahme auf Spaziergänger, Mitspieler, Tiere, Pflanzen, Bäume und alle anderen Einrichtungen.
Regel 2 Sicherheit

Jeder Spieler hat sich vor(!) seinem Wurf zu vergewissern, dass nichts und niemand die Flugbahn seiner Scheibe kreuzen wird.

Regel 3 Abwurf

Gestartet wird vom Abwurf. Weitergespielt wird von dort, wo der eigene Wurf gelandet ist.

Regel 4 Reihenfolge beim Abwurf

Es fängt immer der Spieler an, der auf der vorherigen Bahn am wenigsten Würfe gebraucht hat.

Regel 5 Reihenfolge im Spiel

Nach dem Abwurf spielt derjenige weiter, dessen Scheibe am weitesten vom Ziel entfernt liegt.

Regel 6 Score

Nach dem Treffen des Ziels wird die Anzahl der Würfe notiert und es geht zur nächsten Bahn.

Die Kosten

Discgolf-Scheiben sind ab zehn Euro zu haben.

Discgolf ist eine relativ kostengünstige Sportart. Parcours können auf öffentlichem Geländen z.B. in städtischen Parks und Grünanlagen installiert werden. Nach der Erstellung eines Parcours fallen kaum Erhaltungskosten an. Discgolfkörbe sind aus Metall, nutzen sich nicht ab und sind selbst durch Vandalismus nur schwer zu beschädigen. Zu jedem Zielkorb gehört ein markierter, evtl. befestigter Abwurf. Körbe können von mehreren Abwurfstellen bespielt werden, so kann ein Korb als Ziel für eine interessante Turnierbahn dienen und, von einer anderen Stelle bespielt, für ein kurzes Einsteigerloch genutzt werden. Discgolf-Scheiben gibt es in unterschiedlicher Ausführung. Sie sind ab ca. 10 Euro zu haben und es werden für den Anfang nur zwei bis drei Stück benötigt um einen Kurs zu absolvieren.